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Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist eines der zentralen Verfahren zur Immobilienbewertung. Es kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn der Wert einer Immobilie maßgeblich durch ihre nachhaltigen Erträge bestimmt wird – etwa bei vermieteten Wohn- und Gewerbeimmobilien. Im Fokus steht nicht der reine Sachwert, sondern die Frage, welche Einnahmen eine Immobilie langfristig erzielen kann. Der Wert der Immobilie wird dabei auf Basis nachhaltig erzielbarer Erträge und eines marktüblichen Liegenschaftszinssatzes kapitalisiert.

Ertragswertverfahren: Das Wichtigste in Kürze

Was ist das Ertragswertverfahren?

Das Ertragswertverfahren bewertet Immobilien auf Basis der künftig erzielbaren Erträge, in der Regel der Mieteinnahmen. Maßgeblich ist nicht der bauliche Wert des Objekts, sondern die nachhaltig erzielbaren Einnahmen, die eine Immobilie über ihre Nutzungsdauer erwirtschaften kann. Diese zukünftigen Reinerträge werden auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst und bilden die Grundlage für den ermittelten Immobilienwert.

Eingesetzt wird das Verfahren vor allem bei vermieteten Wohn- und Geschäftsimmobilien sowie bei gewerblichen Objekten. Im Unterschied zu anderen Bewertungsmethoden, wie dem Sachwertverfahren, stellt das Ertragswertverfahren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Vordergrund. Marktübliche Mieten, laufende Bewirtschaftungskosten und der angesetzte Zinssatz fließen direkt in die Bewertung ein und ermöglichen damit eine realitätsnahe Einschätzung renditeorientierter Immobilien.

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Anwendung des Ertragswertverfahrens

Das Ertragswertverfahren kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Immobilienwert im Wesentlichen von der nachhaltig erzielbaren Ertragskraft abhängt.

Typische Voraussetzungen für die Anwendung sind:

In diesen Fällen bietet das Ertragswertverfahren eine realistische Grundlage für die Bewertung renditeorientierter Immobilien.

„Das Ertragswertverfahren bildet die wirtschaftliche Realität von Renditeimmobilien besonders präzise ab, da es den nachhaltigen Ertrag konsequent in den Mittelpunkt stellt.“

Flemming Dobat, Immobilienberater Kapitalanlage

Ertragswertverfahren – Schritt-für-Schritt-Berechnung

Die Berechnung des Ertragswertverfahrens folgt einem klar strukturierten Ablauf, mit dem der wirtschaftliche Wert einer Immobilie systematisch hergeleitet wird. Ziel ist es, die nachhaltig erzielbaren Erträge realistisch abzubilden. Dabei werden sowohl die laufenden Einnahmen als auch die mit der Bewirtschaftung verbundenen Kosten berücksichtigt.

Ein zentrales Merkmal des Ertragswertverfahrens ist die getrennte Betrachtung von Gebäude und Grund und Boden, da beide Wertbestandteile unterschiedlich genutzt und bewertet werden. Auf dieser Grundlage wird der zukünftige Ertrag kapitalisiert und in einen marktgerechten Immobilienwert überführt.

Die Berechnung des Ertragswertverfahrens erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten:

  1. Jahresrohertrag ermitteln
    Summe der nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen.
  2. Bewirtschaftungskosten abziehen
    Dazu zählen Instandhaltung, Verwaltung, Mietausfallwagnis und nicht umlegbare Betriebskosten.
  3. Reinertrag bestimmen
    Jahresrohertrag minus Bewirtschaftungskosten.
  4. Ertragswert Grund und Boden berücksichtigen
    Der Bodenwert wird separat ermittelt und mit dem Liegenschaftszinssatz verzinst. Der Gebäudereinertrag ergibt sich aus dem Reinertrag der Immobilie abzüglich der Bodenwertverzinsung.
  5. Kapitalisierung mit dem Zinssatz
    Der Gebäudereinertrag wird unter Berücksichtigung des Liegenschaftszinssatzes und der Restnutzungsdauer kapitalisiert.
  6. Gesamtertragswert ermitteln
    Der Immobilienwert ergibt sich aus der Addition des kapitalisierten Gebäudewerts und des Bodenwerts.

Ertragswertverfahren: Beispielrechnung

Zur besseren Veranschaulichung zeigt das folgende Beispiel, wie sich der Immobilienwert rechnerisch aus den erzielbaren Erträgen ableiten lässt. Das Beispiel ist bewusst vereinfacht dargestellt und dient der grundsätzlichen Orientierung.

Ertragswertverfahren Rechensatz in vereinfachter Darstellung

Beispielrechnung: allgemeines Ertragswertverfahren (vereinfacht dargestellt)

Beispielrechnung allgemeines Ertragswertverfahren

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Häufige Fragen zum Ertragswertverfahren

Wann ist das Ertragswertverfahren sinnvoll?

Das Ertragswertverfahren eignet sich vor allem für vermietete Immobilien, bei denen die Erträge den Marktwert maßgeblich bestimmen. Bei eigengenutzten Einfamilienhäusern ist es hingegen weniger aussagekräftig.

Was ist der Ertragswertverfahren-Zinssatz?

Der Zinssatz, auch Liegenschaftszinssatz genannt, spiegelt die Renditeerwartung des Marktes wider. Er hängt unter anderem von Lage, Objektart und Marktrisiken ab.

Unterscheidet sich das Ertragswertverfahren vom Vergleichswertverfahren?

Ja, während das Vergleichswertverfahren auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Immobilien basiert, betrachtet das Ertragswertverfahren die zukünftigen Erträge. Beide Verfahren können je nach Objekt zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Wird der Bodenwert immer separat berechnet?

Ja, beim Ertragswertverfahren wird der Bodenwert getrennt betrachtet, da er als unbegrenzt nutzbar gilt. Der Gebäudeertrag wird zeitlich begrenzt kapitalisiert.

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