Tipps: Richtig heizen und Energiekosten sparen

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Ratgeber
18.10.2019

Richtig heizen im Winter kann nicht nur viel Geld und Energie sparen, sondern auch das Raumklima verbessern. Und das Einsparpotenzial ist hoch, denn im Bereich Wohnen sind die Heizkosten der größte Ausgabenposten. Aber es müssen nicht immer direkt bauliche und kostenintensive Maßnahmen sein, um die Heizkosten zu senken. Oft helfen schon einfach umzusetzende Veränderungen.

Richtig heizen und Energiekosten sparen

Richtig heizen: Verhaltenstipps

Bewusster heizen

Richtig heizen heißt oft, bewusster zu heizen. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart Heizenergie: In der Wohnung muss es im Winter nicht 25 Grad warm sein. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 20-22 Grad Celsius, im Badezimmer darf es gern etwas wärmer sein. In den meisten anderen Räumen genügen  weniger als 20 Grad. In der Küche geben beispielsweise Herd und Backofen Wärme ab und im Schlafzimmer sollte es ohnehin nicht zu warm sein. Die empfohlene Temperatur zum Schlafen liegt bei 17-18 Grad.

Ab wann sollte man überhaupt heizen? Nur im tiefen Winter? Die meisten beginnen frühestens im Oktober mit dem Heizen und schalten die Heizung spätestens im April wieder aus. Richtig heizen heißt also auch: Die Heizung so spät wie möglich einschalten und so früh wie möglich ausschalten.

Ganz auf das Heizen verzichten sollten Sie aber nicht. Denn kühlen Räume zu stark aus, kann sich Schimmel bilden. Neben bewusstem Heizen ist also auch das richtige Lüften vor allem in den kalten Jahreszeiten besonders wichtig.

Thermostat richtig einstellen

Die Zahlen auf dem Thermostat sind nicht willkürlich angeordnet, sondern zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – allerdings nicht die Temperatur selbst. In der Regel sind die einzelnen Stufen durch Striche unterteilt, dabei steht jeder Strich für ein Grad. Die Einstellungen 2 bis 3 entsprechen einer Raumtemperatur von ca. 18 – 20 Grad. Fürs Schlafzimmer reicht oft die Einstellung von 1 bis 2, das entspricht ca. 14 Grad. In überwiegend ungenutzten Räumen reicht Stufe 1, die etwa 12 Grad entspricht.

Unabhängig davon, ob der Heizkörper auf Stufe 3 oder 5 steht, heizt sich der Raum gleich schnell auf. Bei den höheren Stufen wird aber viel mehr Energie verbraucht. Die einzelnen Stufen dienen lediglich der Aussteuerung der Höchsttemperatur. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird die Wärmezufuhr vom Thermostat gestoppt.

Heizkörper entlüften

Wenn die Heizkörper nicht richtig warm werden oder gluckernde Geräusche machen, ist höchstwahrscheinlich Luft im Heizsystem. Dann kann das warme Wasser nicht in den Heizkörper aufsteigen und dieser bleibt kalt. Das bedeutet, der Heizkörper muss entlüftet werden. Und das geht so: In einem Haus mit einer dezentralen Heizanlage schalten Sie diese als erstes ab und drehen alle Thermostate an den Heizkörpern voll auf. Wohnen Sie in einem Mehrfamilienhaus, sollten Sie lediglich Ihren eigenen Heizkreis über das Absperrventil in Ihrer Wohnung abschalten. So können Ihre Nachbarn ihre Wohnungen weiter heizen. Nach dem Abschalten der Heizung warten Sie rund eine halbe Stunde, bis sich die Luft im Heizkörper gesammelt hat. Mit einem handelsüblichen Entlüftungsschlüssel (Vierkantschlüssel) aus dem Baumarkt geht das Entlüften an sich nun ganz einfach. Öffnen Sie das Entlüftungsventil bis hörbar Luft entweicht. Sobald Wasser herausläuft, drehen Sie das Venil wieder zu. Vorsichtshalber können Sie ein Gefäß unter das Ventil halten, um die austretende Flüssigkeit aufzufangen. Diesen Vorgang wiederholen Sie an allen Heizkörpern. Anschließend stellen Sie die Heizanlage wieder an und prüfen, ob die Heizkörper nun wieder ordnungsgemäß heizen.

Stoßlüften statt gekippte Fenster

Frische Luft sorgt nicht nur für eine gute Luftqualität, sondern reduziert auch die Menge an Feuchtigkeit in der Raumluft. Regelmäßiges Lüften ist daher sehr wichtig. Den ganzen Tag über gekippte Fenster sorgen allerdings nicht für einen effektiven Luftaustausch, sondern kühlt stattdessen die Wände aus. Es kann sich Feuchtigkeit absetzen, die im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führt. Anstelle eines dauergekippten Fensters sollten Sie Ihre Fenster lieber für fünf bis zehn Minuten vollständig öffnen und stoßlüften. So findet ein optimaler Luftaustausch statt, ohne dass der Raum komplett auskühlt. Zusätzlicher Tipp: Drehen Sie das Thermostatventil vor dem Lüften herunter.

Heizkörper nicht verdecken

Damit sich die Heizwärme gut im Raum verteilen kann, sollten die Heizkörper frei bleiben und nicht von Möbeln oder Gardinen verdeckt werden. Auch das Thermostat sollte nicht verdeckt werden. Für viele Neubauimmobilien entfällt dieses Problem, denn hier wird die Heizanlage in der Regel als Fußbodenheizung umgesetzt.

Richtig heizen: Sanierungsmaßnahmen

Wand hinter der Heizung dämmen

Wird die Wand hinter den Heizkörpern mit entsprechenden Matten gedämmt, kann der Wärmeverlust über die Außenwand reduziert werden. Dämmmatten in verschiedenen Stärken und wahlweise mit oder ohne Aluminiumbeschichtung gibt es im Baumarkt.

Zugige Fenster und Türen abdichten

Alle Bemühungen, richtig zu heizen sind nutzlos, wenn viel Wärme durch zugige Fenster und Türen entweicht. Die Ursache können veraltete und poröse Fenster- und Türrahmendichtungen sein. Entstandene Spalten lassen sich relativ unkompliziert mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsbändern auffüllen. Nachts kann es zudem helfen, die Rollläden herunterzulassen und die Vorhänge zuzuziehen, damit weniger Energie verloren geht.

Einsparpotenziale für Eigentümer

Für Eigentümer bieten sich Einsparpotenziale in Form von Sanierungsmaßnahmen. Sie sollten zum Beispiel über intelligente Heizthermostate, eine neue Heizungspumpe oder eine moderne Heizungsanlage nachdenken oder die Fassade sowie die Fenster dämmen. In der Pumpe steckt hohes Sparpotenzial: Alte Heizungspumpen laufen dauerhaft mit gleicher Drehzahl, unabhängig davon, ob die Thermostatventile offen oder geschlossen sind. Oft laufen sie sogar den Sommer über durch, obwohl gar nicht geheizt wird. Wenn Sie die alte Pumpe durch eine neue elektronisch geregelte Pumpe ersetzen, passt sich die Drehzahl kontinuierlich den jeweiligen Bedingungen im Verteilungsnetz an. Beim Austausch der Heizungspumpe sollte auf jeden Fall ein hydraulischer Abgleich erfolgen, sodass sichergestellt ist, dass das Heizwasser gleichmäßig im gesamten Haus verteilt wird.

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