IW Köln und ILS haben ermittelt: Köln ist die Stadt mit dem größten Wohnungsmangel in NRW

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19.11.2020

Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums gilt Köln als die Stadt mit dem größten Wohnungsmangel in Nordrhein-Westfalen. Zwischen 2011 und 2018 hat Köln zusammen mit Münster im Vergleich aller Städte in NRW das prozentual höchste Bevölkerungswachstum aufgewiesen. In beiden Städten wuchs die Einwohnerzahl um hohe 7,1 Prozent. Absolut betrachtet ist Köln in diesem Zeitraum um knapp 72.000 Einwohner gewachsen. Bei einer Leerstandsquote von nahezu null Prozent führt das Bevölkerungswachstum unmittelbar zur Nachfrage nach Neubauwohnungen oder Verdichtungen im Bestand.

Insofern wundert es nicht, dass Köln mit 6,3 Wohnungen pro 1.000 Einwohner pro Jahr ganz vorn unter den Städten mit dem höchsten Wohnraumbedarf liegt. Getoppt wird die Millionenstadt nur von Bonn und Münster (mit 6,6 und 7,7 Wohnungen pro 1.000 Einwohnern pro Jahr). Absolut betrachtet werden in Köln 6.900 Wohnungen pro Jahr benötigt.

Die Bautätigkeit in Köln liegt mit 3.100 jährlich fertiggestellten Wohnungen allerdings deutlich unter dem berechneten Bedarf. Mit 46 Prozent wurde weniger als die Hälfte des benötigten Wohnraumes in den letzten Jahren fertiggestellt. Damit ist der Wohnungsmangel unter allen NRW-Städten in Köln am größten. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Dortmund und Wuppertal, die aber bereits 60 Prozent des Neubaubedarfs decken konnten.

Auch in den Kreisen rund um Köln entsteht zu wenig neuer Wohnraum. Die Bedarfsdeckung im Rhein-Erft-Kreis liegt bei niedrigen 52 Prozent, im Rheinisch-Bergischen Kreis werden immerhin 80 Prozent des Bedarfs gedeckt. Da in Bonn vergleichsweise viel neu gebaut wird, erreicht diese Großstadt mit 72 Prozent Bedarfsdeckung einen überdurchschnittlich guten Wert.

Die Auswertungen zeigen, dass langfristig eine höhere Bautätigkeit in der Region Köln/Bonn benötigt wird, um den Nachfrageüberhang dauerhaft auszugleichen. Gerade in Köln ist der Wohnungsmangel hoch, und die Zunahme der Bevölkerung hält an. Da es an Potenzialflächen mangelt und die Entwicklungsprozesse langwierig sowie kostspielig sind, ist es für alle Akteure eine große Herausforderung, die Bautätigkeit zu erhöhen. Das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage wird daher kurz- bis mittelfristig bestehen bleiben und voraussichtlich zu weiter steigenden Preisen führen.

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