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Energieausweis

für Wohngebäude und Gewerbeimmobilien

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Energieausweis beantragen

Verbrauchs- und bedarfsorientiert

Grundsätzlich beschreibt der Energieausweis den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes und gibt Auskunft über den Energieverbrauch, gemessen pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Jedem potenziellen Käufer und Mieter einer Immobilie muss gemäß Energieausweispflicht ein Einblick in den Energieausweis des Objektes gewährt werden. Je nach Baujahr der Immobilie ist im Energieausweis zudem eine Energieeffizienzklasse angegeben, deren Einstufung anhand einer Skala erfolgt. Mithilfe der auf dem Ausweis hinterlegten Daten bekommen Miet- und Kaufinteressenten einen Eindruck über die zu voraussichtlich zu erwartenden Energiekosten.

Zu diesem Zweck enthält der Energieausweis allgemeine Angaben zum Gebäude sowie zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern. Daneben befinden sich auf diesem Dokument auch die sogenannten Energiekennwerte des Gebäudes (Endenergiebedarf, Primärenergiebedarf, Transmissionswärmeverlust). Wird im Rahmen der Vermarktung einer Immobilie ein Inserat aufgegeben, muss dieses die Informationen aus dem Energieausweis beinhalten, und zwar: das Baujahr, den Energieträger, die Energieausweisart (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis) sowie den Energiekennwert. Handelt es sich bei dem inserierten Objekt um eine gewerblich genutzte Immobilie, werden die Energiekennwerte für Strom und Wärme jeweils getrennt angegeben.

Energieausweis ist nicht gleich Energieausweis:

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Ausweisarten – dem bedarfsorientierten und dem verbrauchsorientierten Energieausweis. Welcher Energieausweis für Ihre Immobilie der richtige ist, ist abhängig von den erfüllten Wärmeschutzkriterien der Immobilie sowie der Anzahl der enthaltenen Wohneinheiten.

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Hintergrundinfos zum Energieausweis

Bedarfsorientierter Energieausweis (Bedarfsausweis)

Der bedarfsorientierte Energieausweis muss immer dann erstellt werden, wenn das zu bewertende Gebäude die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 01.11.1977 noch nicht erfüllt, also auf jeden Fall bei Immobilien, deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 eingereicht wurde. In Einzelfällen betrifft dies auch Immobilien neueren Baujahres – lassen Sie sich am besten vom Experten beraten. 

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist außerdem Pflicht für Neubauten, bei Immobilien mit maximal vier Wohneinheiten und wenn an der Immobilie in der Vergangenheit bereits bauliche Änderungen vorgenommen wurden. 

Der Vorteil des bedarfsorientierten Energieausweises: Die Energiekennwerte werden auf Basis der Bauqualität, der Bauunterlagen (z. B. Baupläne und Baubeschreibungen) sowie der Begehung eines qualifizierten Sachverständigen ermittelt. Die im Ausweis enthaltenen Werte sind somit unabhängig vom jeweiligen Nutzungsverhalten der Bewohner. 

Der bedarfsorientierte Energieausweis enthält bau- und haustechnische Optimierungsvorschläge hinsichtlich der Energiebilanz. Zudem werden konkrete und individuell auf die Immobilie abgestimmte Empfehlungen zu sinnvollen Modernisierungsmaßnahmen gemacht. Die Ausstellung erfolgt durch einen qualifizierten Energieberater.

Verbrauchsorientierter Energieausweis (Verbrauchsausweis)

Der verbrauchsorientierte Energieausweis ist geeignet für Bestandsimmobilien, die die Wärmeschutzverordnung vom 01.11.1977 bereits einhalten, deren Bauantrag also nach dem 01.11.1977 erfolgte. Zudem ist er vorgesehen für Immobilien mit mindesten fünf Wohneinheiten. Bei dem verbrauchsorientierten Energieausweis werden die Energiekennwerte anhand des Energieverbrauchs der letzten drei Jahre sowie in Verbindung mit der Gebäudegeometrie ermittelt. Dadurch ist eine objektive Einschätzung der Energiekosten zum Teil sehr schwierig, da die Werte vom Heizverhalten der Bewohner abhängen. Im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung werden die durch den Auftraggeber erfassten Daten geprüft. Der Ausweis selber enthält neben den Energiekennwerten (die Immobilie wird abhängig von der Höhe des Energieverbrauchs in eine Skala eingestuft) auch pauschale Aussagen über mögliche Modernisierungsansätze. Die Ausstellung des verbrauchsorientierten Energieausweises erfolgt durch einen qualifizierten Energieberater anhand eines zulässigen, vereinfachten Berechnungsverfahrens.

Was kostet ein Energieausweis?

Die Kosten für die Erstellung eines Energieausweises hängen von der Ausweisart ab. Ein Verbrauchsausweis ist aufgrund des geringeren Aufwands im Vergleich meist günstiger als ein Bedarfsausweis. Ein Verbrauchsausweis kostet zwischen 50 und 250 Euro. Das Erstellen eines bedarfsorientierten Energieausweises ist aufwendiger und mit etwas höheren Kosten verbunden, da ein Energieberater die Situation vor Ort begutachtet. Die Kosten für einen Bedarfsausweis liegen demnach zwischen 300 und 500 Euro. Der Bedarfsausweis bietet jedoch den Vorteil, dass er unabhängig vom Nutzungsverhalten der Bewohner erstellt wird. 

Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Grundsätzlich ist ein Energieausweis ab dem Ausstellungsdatum zehn Jahre gültig. Allerdings kann sich der Gültigkeitszeitraum verkürzen, wenn umfangreiche Umbauten oder Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Der durchschnittliche Energiebedarf muss dann neu berechnet werden. Die Angaben zur Ausstellung und zur Gültigkeit des Energieausweises finden Sie auch immer auf dem ersten Blatt des Ausweisdokumentes.

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